Artikel mit dem Tag „Texter

Blogger sind die besseren Texter

Kategorie: Bloging

Bildquelle: sxc.hu

Ich habe mich mal wieder einem spannenden Thema gewidmet und verglichen aus welcher Feder die besseren Texte kommen. Schreiben professionelle Texter besser und schneller oder doch wir Blogger?
Um das Ergebnis vorweg zu nehmen, Blogger schreiben besser, vor allem die guten (irgendwie klar). Aber wie bin ich zu diesem Ergebnis gekommen? Ich habe mir mal einige statische Seiten angesehen die ich so kenne und dann auch einige Blogs und dann versucht festzustellen wo die Texte besser geschrieben sind.
Falls ihr mir nicht glaubt, oder mein Ergebnis überprüfen wollt, könnt ihr also auch einfach mal einen kleinen Selbstversuch starten, wahrscheinlich kommt ihr zu einem ähnlichen Ergebnis.
Bei den Texten habe ich vor allem darauf geachtet, welche Texte einen packen, so das man sie unbedingt zu Ende lesen will. Hinzu kommt der Schreibstil also ob sie freundlich geschrieben sind und vor allem wie mit dem Leser umgegangen wird. Schreib ein Oberlehrer oder kommt man sich vor als ob man mit dem Verfasser auf einer Ebene steht?
Die besseren Texten findet man garantiert auf Blogs! Eigentlich ist das doch komisch denn als professioneller Texter muss man von seinen Texten leben und als Blogger macht man es meistens aus Spaß. Hinzu kommt aber noch, das Texter in den meisten Fällen auch mehr Erfahrung besitzen, höher qualifiziert sind. Blogger hingegen machen beruflich meist etwas völlig anderes und sind in diesen Bereichen eher wenig Ausgebildet.
Wieso aber gelingt es dann vielen Bloggern, ja es sind nicht alle aber man muss ja mal etwas provozieren, besser zu schreiben als es viele Textern tun und können. Eine berechtigte Frage auf die ich auch gestoßen bin und die ich in 5 Punkten beantworten möchte.
1. Blogger wissen worüber sie schreiben
Als professioneller Texter ist man gezwungen jeden Tag über andere Themen zu schreiben, vor allem wenn es Freiberufler sind, denn das Geld zum Leben muss natürlich verdient werden. Wenn ein Texter also über fast alles schreibt, dann sind auch sicher viele Themen dabei die ihn nicht interessieren und genau deshalb wissen sie wenig darüber. Klar kann man als Copywriter dann den Kunden fragen, aber wenn er die Zeit hätte um einen einzuarbeiten könnte er den Artikel gleich selber schreiben.
Bei uns als Blogger ist das anders, wir schreiben über das was uns in den Sinn kommt und woran wir Spaß haben. Es interessiert uns also, wir sind eigentlich immer im Thema und brauche keine lange Vorbereitung. Können dafür aber nur ein kleines Themenspektrum abdecken.
Daraus folgt aber, das man als Blogger leichter informative und zugleich hilfreiche aber auch angenehm zu lesende Artikel schreiben kann.
2. Blogger kennen ihre Leser
Als Texter kennt man die Seiten des Kunden nicht und weiß folglich also auch nur aus den Angaben des Kunden wer die Artikel am Ende lesen kann. Man weiß daher aber immer noch nicht ob diese Artikel dann auch wirklich von den entsprechenden Leuten gelesen werden und es fehlt die Rückmeldung wenn ein Artikel mal nicht dem Anspruch der Leser entspricht. Kunden kennen meistens ihre Produkte wesentlich besser als ihre Leser, denn meistens fehlt komplett der Kontakt zu ihnen.
Ganz anders auf Blogs, da gibt es Kommentare wo jeder seinen Senf dazugeben kann, hinzu kommen Twitter und Facebook wo noch einmal jeder die Chance hat seine Meinung zu einem Artikel kundzutun. Versteht der Blogger etwas von seinem „Handwerk“ dann wird er diese Kommentare nicht nur lesen, sondern sie auch beantworten sondern auch für sein weiteres Handeln berücksichtigen. Es gibt also einen ständigen Dialog zwischen Lesern und Bloggern so dass die Qualität der Artikel immer verbessert werden kann und immer mehr zu dem wird, was die Leser erwarten.
Blogger wissen also nicht nur was sie sagen wollen, sondern auch wie sie es sagen müssen, damit es bei ihren Lesern ankommt.
3. Blogger schreiben nicht für Kunden
Als Texter ist man gezwungen für einen Kunden zu schreiben und Kunden sind wie Türsteher. Selbst wenn man den besten Artikel geschrieben hat und er die Zielgruppe perfekt ansprechen würde, gefällt er dem Kunden nicht, wird er nicht veröffentlicht. Texter müssen also das schreiben was der Kunde lesen will und können dabei nur sekundär auf die „Wünsche“ der Zielgruppe Rücksicht nehmen, denn sie sind ja darauf angewiesen, das der Artikel dem Kunden gefällt, damit sie bezahlt werden. Wie schon in Punkt 2 angerissen, wissen die meisten Kunden wenig über ihre eigenen Leser. Sie kennen ihr Produkt und sie wollen das in dem Artikel deutlich wird, warum dies oder jenes an ihm so cool ist, auch wenn die Leser nicht mal für das Produkt aufstehen würden, wenn sie es umsonst bekommen würden. Außerdem sind viele von ihnen Rechtschreib-Paragraphenreiter, man beginnt keinen Satz mit „weshalb“ oder „und“ das hat mir mein Lehrer schon damals in der 4ten Klasse beigebracht.
Für Blogger sieht die Situation wesentlich entspannter aus, wie man auch an meinen Artikeln erkennen kann. Ich schreibe so wie ich Lust habe, den der einzige dem die Artikel neben meinen Lesern noch gefallen müssen bin ich selbst. Da ist es mir doch auch egal ob ich eine komplett 100-prozentige Grammatik habe. Wenn ich für eine Aussage ein „und“ am Anfang des Satzes brauche dann nehme ich es PUNKT. Ist ja mein Blog, da kann ich machen was ich will. (Siehe Content is NOT King)
4. Blogger schreiben nicht für ihre Lehrer
Einen Teufel der bei den meisten Textern auf der Schulter sitzt, nämlich den Kunden, habe ich euch ja schon „vorgestellt“ aber es gibt noch einen anderen, nämlich den auch schon fast angesprochenen Lehrer. In der Schule hat man gelernt das vor allem komplexe Sätze von einem hohen Sprachverständnis zeugen und da Texter sich auch gerne mal als Künstler sehen die so ein Sprachverständnis natürlich besitzen, kommen oft mords komplizierte Sätze bei heraus, die dann keine Sau mehr versteht. In der Schule würde man sagen „Ziel der Aufgabe verfehlt“, denn wenn der Leser dem Autor nicht mehr folgen kann, ist der Artikel überflüssig.
Auf der anderen Seite stehen wieder die Blogger, wie auch schon erwähnt, schreiben die meisten, mich eingenommen, so wie ihnen die Schnauze gewachsen ist und so wie man normaler Weise spricht. Der große Vorteil ist dabei auch wenn es um komplexere Themen geht hat der Leser keine Probleme ihnen zu folgen, denn er kennt ja die Sprache die sie benutzen. Bei mir ist es das gebe ich zu teilweise etwas schwerer, weil ich sehr oft vergesse einen Punkt zu machen, dafür aber die Sätze irgendwie in einander verschachtelt.
5. Blogger schreiben „best practices“
Ok, ich gebe zu die Überschrift ist irgendwie doof. Mir ist aber dummer Weise nichts eleganteres eingefallen um den Ausdruck „best practices“ in das deutsche zu überführen. Worum es geht ist, das selbst wenn viele Texter wissen wie es richtig ginge nicht danach Arbeiten. Zum einen wegen der Abhängigkeit von ihren Kunden, die sie mit Vorgaben bombadieren zum anderen aber auch, weil sie in ihrem Streben einfach vom „rechten“ Weg abgekommen sind und es ihnen völlig egal ist, solange sie bezahlt werden.
Bei Bloggern behaupte ich einfach mal 90% aller Blogger folgen dem was funktioniert also „best practices“ ist. Entweder haben sie es mit der Zeit gelernt, von anderen Übernommen oder sie haben einfach einen Sechsten Sinn. ABER sie versuchen sich daran zu halten, denn so kommen natürlich auch mehr Leser.
Sind Texter jetzt totale Versager?
NEIN, sicher nicht und dieser Artikel soll das Handwerk der Texter oder ihre Arbeit in keiner Weise schmälern. Es ist aber leider Gottes oft so, das viele Texter nicht die Qualität in ihren Artikel unterbringen könne, wie sie gerne möchten. Das liegt aber nicht an ihnen selbst, sondern daran, dass sie unter Ganz anderen Bedingungen und vorgaben Arbeiten.
Für einen Texter ist es natürlich effektiver so zu schreiben das es dem Kunden sicher gefällt, denn so muss der Artikel nicht überarbeitet werden. Eventuell hilft ja dieser Artikel auch dem Einen oder Anderen Texter mal wieder darauf zu achten, ob es eventuell doch Möglichkeiten gibt mehr auf den Leser einzugehen.
Was heißt das jetzt für uns Blogger?
Wenn jetzt jemand wegen diesem Artikel los zieht mit der Nase in den Wolken, dann hat er nicht verstanden worum es hier geht. Für einen Blogger heißt das, weitermachen wie bisher, zumindest wenn ihr die Freiräume die ihr habt, dadurch das ihr frei entscheiden könnt wie und über was ihr schreibt auch sinnvoll nutzt. Bietet euren Lesern etwas mit dem sie etwas anfangen können und lasst eurem Blog nicht zu einer Sammlung von Artikeln verkommen, mit denen man statische Seiten bestücken könnte.
So das war es, muss ich mich jetzt ducken oder weglaufen? Nö, ist ja mein Blog :D , nichts desto trotz würde ich mich freuen wenn ihr eure Meinung als Kommentar hinterlasst. Auch oder gerade wenn ihr mir nicht zustimmt.
Sensei

Gepostet am: 9. 10. 2010

7 Kommentare

Blogger sind keine Journalisten

Kategorie: Bloging

Ich habe vor kurzem auf einem Blog, auf welchem weiß ich leider nicht mehr einen Artikel über deutsche Blogger und die erfolgreichen deutschen Blogger ging. Dieser Artikel hat mich zu dem Schluss geführt, dass es dringend an der Zeit ist, für die Allgemeinheit etwas klar zu stellen.
Wer sich die Deutschen Blogger Charts ansieht, wird feststellen, dass sich erstaunlich viele Journalisten unter den gut platzierten Blogs befinden. Woran das jetzt genau liegt, kann ich nicht sagen, ich habe da aber eine Theorie.
In Deutschland, gibt es was veröffentlichte Texte angeht, eine sehr starre Denkweise. Alles soll belegt sein, soll eine Meinung bilden, aber bloß nicht die Meinung des Autors zu sehr nach außen tragen usw.. Als Journalist sollte man gelernt haben, genau dieses Textart für die Printmedien zu verfassen und damit die Nachfrage zu bedienen.
Hier kommt in Deutschland und wahrscheinlich auch in Östereich, wie auch der Schweiz der große Fehler. Viele Journalisten haben auch angefangen in dem Printmedien-Stil zu bloggen, weshalb jeder ausgereifte, perfekt formulierte Texte, mit Backgroundrecherche erwartet. Bloggen ist aber was komplett anderes.
Beim Bloggen geht es darum, dass der oder die Autoren zu von ihnen gewählten Themen Artikel verfassen, die in den meisten Fällen ihre Meinung und Sichtweise wiedergeben und wiedergeben sollen. Des weiteren fehlt den meisten normalen Bloggern die Zeit und teilweise sicher auch die sprachliche Finesse um einem für Printmedien geschriebenen Text auch nur nahe zu kommen.
Nischenblogger, die also als Hobby oder Nebenerwerb bloggen, sind also gegenüber den professionellen Journalisten benachteiligt. Das liegt nicht an den Journalisten, die hierbei auch keine direkte Schuld trifft, sondern daran, wie Blogs in Deutschland wahrgenommen werden.
Auch ich selbst muss feststellen, dass ich nur mit Artikeln ohne viel Inhalt wirklich viele Views erzielen kann.
Jetzt fragt ihr euch sicher warum ich das alles aufschreibe, erstens weil ich fand, dass es mal gesagt werden sollte und zweiten, weil ich als Blogger nicht als Journalist gesehen werden, ergo auch nicht mit ihnen verglichen werden will.
Ich bin kein Journalist, will keiner und werde keiner sein und wenn man Blogger noch eine weitere Tätigkeit zuordnen will, die der des Bloggens ähnlich ist, dass ist es das Aufgabenfeld eines Webmasters und Webentwicklers.
Wenn ihr also etwas vergleichen wollt, vergleicht Kompetenzen, was das Webmastering angeht, weil sich jeder Blogger zwangsläufig damit beschäftigen muss.
Ich würde mich freuen, wenn dieser Artikel zumindest bei einigen wenigen zu einem Umdenken führt, so dass auf Blogs nicht jeden Tag top recherchierte, 1000 Wort Artikel erwartet werden, die auch immer noch Top aktuell sind, denn das ist nicht zu leisten.
Für einen normalen Artikel sollte man meiner Meinung nach nicht viel länger als 45 Minuten einplanen. Wirtschaftlich ist Bloggen eh erst, wenn man beständig über 3000€ im Monat mit seinem Blog verdient, was bei den wenigsten Bloggern der Fall sein wird.
Bloggen kann und ist für die meisten hier ein Hobby und deshalb können nicht die gleichen Maßstäbe angelegt werden, wie bei Menschen die ihren Lebensunterhalt damit verdienen.
P.S. habe gerade noch von Piet von dem Rumgeheule, einer TAZ Journalistin gehört, nur weil jemand einen Absatz aus einem ihrer Texte kopiert hat. Eventuell sollte jemand mal der guten Frau erklären, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, in dem Texte kopiert werden können und dürfen und dass ein Link als Verweis auf den original Text, als Quellenverweis gilt und es Usus unter Bloggern ist, aus anderen Blogs zu zitieren, wenn sie etwas gut oder schlecht finden.
Eventuell hätte ihr Anwalt, lieber seine Zeit darauf verwendet, ein Impressum für den von ihr genutzten Blog zu erstellen, denn das ist nach dem TMG §5 zwingend erforderlich und es fällt unter Wettbewerbsverzerrung, wenn ein solches Impressum nicht vorhanden ist.
Sollte unter meinen Lesern ein Anwalt sein, würde ich an dieser Stelle noch um ein kleines Feedback bitten, ob ich zu kritisch mit der unbekannten Journalistin bin. Denn laut ihrem Blog ist es verboten sich kritisch über anderen Menschen zu äußern, ohne sie vorher zu informieren.
Soweit war es dass dann auch zu diesem Thema und ich freue mich auf eure Kommentare.
Sensei

Gepostet am: 30. 10. 2009

17 Kommentare