Social Media: Macht oder Ohnmacht

Kategorie: Bloging

Wer in den vergangenen Tagen in der deutschsprachigen Bloggerszene unterwegs war hat eins gemerkt, hier ist einiges aufgewühlt worden.

Für alle die, die nicht mitbekommen haben, woher diese Aufruhe stammt hier die traurige Mitteilung, Roberto ist tot, wer mehr darüber wissen will kann sich ja den Nachruf auf seinem Blog durchlesen, denn darum soll es hier nicht gehen. Vor allem weil dass was passiert ist an sich schon tragisch genug ist, ohne dass man es aufbauschen oder ausschlachten muss. Außerdem habe ich Roberto “nur” über das Netz gekannt und es liegt mir fern, jetzt einen Nachruf zu schreiben, über die wenigen Momente die wir virtuell zusammen verbracht haben.

Allerdings hat mich dieses Ereignis auch irgendwie aufgewühlt und zum Nachdenken gebracht, da ich ja öfter mit ihm über Twitter oder ICQ Kontakt hatte. Das was dabei an Gedanken rausgekommen ist, will ich euch in diesem Artikel etwas komprimiert mal darstellen.

Aktuell wird ja eigentlich überall, inzwischen auch insbesondere in den alten Medien die Macht von Social Media beschrieen, was natürlich irgendwie übertrieben ist. Denn das was Social Media für manche ist, ist in Wahrheit etwas ganz anderes, Social Media ist also zu einem Trendwort geworden zu dem man alles und nichts zählen kann.

Es bleibt allerdings nicht abzustreiten, dass was wirklich hinter Social Media, also den sozialen Medien steckt eine Menge Potential hat, dass auch immer besser genutzt wird.

Wieso ist das wichtig fragt ihr euch jetzt eventuell, vom Prinzip her ist es recht einfach. Wir alle wissen wie wir Teile dieses Potentials für uns nutzen können und wer regelmäßig damit arbeitet fühlt sich in diesem Bereich inzwischen auch schon zuhause.

Wir gehen Tag für Tag online und treffen unsere Kontakte, arbeiten mit ihnen zusammen an neuen Projekten oder in einer sonstigen Weise privat oder geschäftlich zusammen.
Soweit die Seite der Macht, die uns hilft effizienter zu arbeiten (ich lasse es an dieser Stelle einmal bewusst auf diesem simplen Niveau).

Andererseits zeigt zumindest mir so ein dramatisches Ereignis wie Robertos Tod, dass die Macht eben doch nichts so groß ist wie wir denken und nicht alle unsere Probleme online gelöster werden können. Damit befinden wir uns auf der Ohnmachtsseite, denn man hat jetzt zwar ein enormes Netzwerk an Menschen die man regelmäßig online trifft, man weiß aber nur von den wenigsten wirklich etwas.

Man kennt immer nur den Ausschnitt, den der andere einem gegenüber Preisgeben will, was soweit auch ok ist, aber man wird auch nie merken, wenn es dem anderen wirklich schlecht geht und selbst wenn man es merken sollte wie man ihm helfen kann.
Dazu fehlt einfach die Übersicht, die uns dann in so einem Moment wie dem jetztigen wie ein Schlag trifft. Hinzu kommt dann auch das Gefühl der Machtlosigkeit.

Noch schlimmer ist es, dass man im Nachhinein teilweise sogar feststellen muss, dass man die Probleme überhaupt nicht erkannt hat, oder nicht mal wahrgenommen hat, wie lange eine bestimmte Person schon inaktiv war oder nicht mehr online.

Man hätte ja so gerne etwas gemacht und geholfen, aber man konnte in gewisser Weise nicht, weil man nur das Fenster aus den Social Media kennt.

Ich habe mir im übrigen noch keine wertenden Gedanken gemacht zu diesem Thema und habe auch nicht die geringste Idee wie man daran etwas verändern könnte. Es soll auch weder eine Entschuldigung für irgendwas sein noch eine direkte Kritik. Ich habe einfach das Gefühl gehabt, dass ich das mal sagen will und eventuell hilft es ja auch dem einen oder anderen mit der Situation umzugehen.

Soweit war es das von mir, mit dem Artikel könnt ihr machen was ihr wollt, lest ihn, nehmt ihn zur Kenntnis oder kommentiert, wenn ihr eure Gedanken teilen wollt, jeder wie er will.

Sensei

Geschrieben von Sensei am 08. 7. 2010
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2 Kommentare zu “Social Media: Macht oder Ohnmacht”

  • Anyuta sagt:

    Genau diese Gedanken habe auch ich mir gemacht, als ich vom Tod Roberto Müllers erfahren und für meinen Blogbeitrag zu diesem Thema recherchiert habe.
    Wir haben teilweise einen so falschen Eindruck von Social Media. Wir können noch so viele Follower, Abonnenten und “Friends” haben – wenn es wirklich hart auf hart kommt, sitzen wir allein in unserem stillen Kämmerlein und haben im schlimmsten Fall keinen einzigen Freund.

    Roberto ist fast unbemerkt gegangen. Und hätte es den Nachruf auf seinem Blog nicht gegeben, hätte niemand im Internet etwas von seinem Suizid mitbekommen. Einige hätten sich nur gefragt, warum Roberto nichts mehr schreibt.

    Es ist erschreckend.

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