Blogger sind keine Journalisten

Kategorie: Bloging

Ich habe vor kurzem auf einem Blog, auf welchem weiß ich leider nicht mehr einen Artikel über deutsche Blogger und die erfolgreichen deutschen Blogger ging.
Dieser Artikel hat mich zu dem Schluss geführt, dass es dringend an der Zeit ist, für die Allgemeinheit etwas klar zu stellen.

Wer sich die Deutschen Blogger Charts ansieht, wird feststellen, dass sich erstaunlich viele Journalisten unter den gut platzierten Blogs befinden. Woran das jetzt genau liegt, kann ich nicht sagen, ich habe da aber eine Theorie.

In Deutschland, gibt es was veröffentlichte Texte angeht, eine sehr starre Denkweise. Alles soll belegt sein, soll eine Meinung bilden, aber bloß nicht die Meinung des Autors zu sehr nach außen tragen usw.. Als Journalist sollte man gelernt haben, genau dieses Textart für die Printmedien zu verfassen und damit die Nachfrage zu bedienen.

Hier kommt in Deutschland und wahrscheinlich auch in Östereich, wie auch der Schweiz der große Fehler. Viele Journalisten haben auch angefangen in dem Printmedien-Stil zu bloggen, weshalb jeder ausgereifte, perfekt formulierte Texte, mit Backgroundrecherche erwartet. Bloggen ist aber was komplett anderes.

Beim Bloggen geht es darum, dass der oder die Autoren zu von ihnen gewählten Themen Artikel verfassen, die in den meisten Fällen ihre Meinung und Sichtweise wiedergeben und wiedergeben sollen. Des weiteren fehlt den meisten normalen Bloggern die Zeit und teilweise sicher auch die sprachliche Finesse um einem für Printmedien geschriebenen Text auch nur nahe zu kommen.

Nischenblogger, die also als Hobby oder Nebenerwerb bloggen, sind also gegenüber den professionellen Journalisten benachteiligt. Das liegt nicht an den Journalisten, die hierbei auch keine direkte Schuld trifft, sondern daran, wie Blogs in Deutschland wahrgenommen werden.

Auch ich selbst muss feststellen, dass ich nur mit Artikeln ohne viel Inhalt wirklich viele Views erzielen kann.

Jetzt fragt ihr euch sicher warum ich das alles aufschreibe, erstens weil ich fand, dass es mal gesagt werden sollte und zweiten, weil ich als Blogger nicht als Journalist gesehen werden, ergo auch nicht mit ihnen verglichen werden will.

Ich bin kein Journalist, will keiner und werde keiner sein und wenn man Blogger noch eine weitere Tätigkeit zuordnen will, die der des Bloggens ähnlich ist, dass ist es das Aufgabenfeld eines Webmasters und Webentwicklers.

Wenn ihr also etwas vergleichen wollt, vergleicht Kompetenzen, was das Webmastering angeht, weil sich jeder Blogger zwangsläufig damit beschäftigen muss.

Ich würde mich freuen, wenn dieser Artikel zumindest bei einigen wenigen zu einem Umdenken führt, so dass auf Blogs nicht jeden Tag top recherchierte, 1000 Wort Artikel erwartet werden, die auch immer noch Top aktuell sind, denn das ist nicht zu leisten.

Für einen normalen Artikel sollte man meiner Meinung nach nicht viel länger als 45 Minuten einplanen. Wirtschaftlich ist Bloggen eh erst, wenn man beständig über 3000€ im Monat mit seinem Blog verdient, was bei den wenigsten Bloggern der Fall sein wird.

Bloggen kann und ist für die meisten hier ein Hobby und deshalb können nicht die gleichen Maßstäbe angelegt werden, wie bei Menschen die ihren Lebensunterhalt damit verdienen.

P.S. habe gerade noch von Piet von dem Rumgeheule, einer TAZ Journalistin gehört, nur weil jemand einen Absatz aus einem ihrer Texte kopiert hat. Eventuell sollte jemand mal der guten Frau erklären, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, in dem Texte kopiert werden können und dürfen und dass ein Link als Verweis auf den original Text, als Quellenverweis gilt und es Usus unter Bloggern ist, aus anderen Blogs zu zitieren, wenn sie etwas gut oder schlecht finden.

Eventuell hätte ihr Anwalt, lieber seine Zeit darauf verwendet, ein Impressum für den von ihr genutzten Blog zu erstellen, denn das ist nach dem TMG §5 zwingend erforderlich und es fällt unter Wettbewerbsverzerrung, wenn ein solches Impressum nicht vorhanden ist.

Sollte unter meinen Lesern ein Anwalt sein, würde ich an dieser Stelle noch um ein kleines Feedback bitten, ob ich zu kritisch mit der unbekannten Journalistin bin. Denn laut ihrem Blog ist es verboten sich kritisch über anderen Menschen zu äußern, ohne sie vorher zu informieren.

Soweit war es dass dann auch zu diesem Thema und ich freue mich auf eure Kommentare.

Sensei

Geschrieben von Sensei am 30. 10. 2009
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17 Kommentare zu “Blogger sind keine Journalisten”

  • Um interessante Artikel zu schreiben muss mein kein Journalist sein. Meistens werden kleine Beiträge besser besucht als lange und gut rechachierte. Man sollte aber am besten kurze und lange Artikel haben. Die Mischung macht’s

  • Katja sagt:

    Interessanter artikel. Ich bin ganz deiner meinung , man sollte Blogger nicht mit Journalisten vergleichen. Zudem hast du mich durch deinen Text ermutigt einen Artikel, den ich schon beisete gelegt hatte, doch zuende zu bringen;)

  • Sensei sagt:

    @Katja, dann bin ich aber mal total gespannt, was da für ein Artikel bei raus kommt.

    @Stefan meine Erfahrungen sagen da komplett was anderes ^^

  • [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Peter Rademacher, Frischblogger erwähnt. Frischblogger sagte: netheweb: Blogger sind keine Journalisten http://bit.ly/1SiPFi [...]

  • kleiner_Baum sagt:

    Ein Sprichwort besagt “Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.” Genauso verhält es sich mit den Charts. Die von dir angesprochenen Deutschen Blog Charts beruhen auf der Anzahl der Verlinkungen laut icerocket (bis vor kurzem technorati). Was sagt diese Zahl aus? Natürlich werden Blogs, die bereits lange bestehen und über dementsprechend viel Content verfügen, öfters verlinkt. Auch Blogs, die eine gute Quelle für die eigenen Artikel darstellen, wie z.B. Blogs von Onlinemedien oder Journalisten, werden dementsprechend oft verlinkt.
    Schau dir im Gegenzug mal die Charts von blogoscoop.net (Auswertung nach Besucher der letzten 30 Tage) oder von lesercharts.de (tägliche Auswertung der Feedburner-Feed-Abonnenten) an. Da ist das Bild gleich ein ganz anderes, auch wenn diverse Blogs aus den Deutschen Blog Charts dort ebenfalls auftauchen. Aber die Reihenfolge ist interessant. Dazu muss man aber noch erwähnen, dass man sich bei sowohl bei blogoscoop als auch bei lesercharts erst anmelden muss, um gezählt zu werden.

    Ich bin Blogger und kein Journalist – will ich auch nicht sein. Ich schreibe in meinem Blog so, wie mir dir Schnauze gewachsen ist und ich schreibe über die Themen, die mich interessieren und zu denen ich eine Meinung habe bzw. bei denen ich über ein gewisses Wissen verfüge. Aber auch ich lese die Blogs von Journalisten bzw. Blogs, hinter denen so eine art Redaktion steht. Und natürlich lasse ich mich auch gerne davon inspirieren und verlinke diese dann auch dementsprechend. Aber deswegen bin ich noch lange kein Journalist.
    Manche Journalisten mögen Blogger sein – aber nicht alle Blogger sind Journalisten.

  • Pe-Su-Ki sagt:

    Es kann einem die Lust auf das Schreiben vermiesen. Man möchte doch seine Gedanken und seine eigene Meinung Frei äußern dürfen. Und das ohne Angst davor haben zu müssen, dass einige Tage später ungewollte Post im Briefkasten liegt. Oder vielleicht sogar noch schlimmer, dass es gleich an der Haustür klopft und einem der Hausdurchsuchungsbefehl vorgezeigt wird.

    Von einem Blog und deren Werbeanzeigen leben können, ist für die meisten Blogger wohl eher ein Traum. zumindest in diesem Land, bei den Amis mag es ja anders aussehen. Doch soweit sind wir noch nicht….

  • Thorsten sagt:

    Gut das mal wieder in Erinnerung zu rufen. Ich tendiere auch eher dazu, fundierte Artikel zu schreiben für die ich immer mehrere Stunden brauche … ich gelobe Besserung :o )

  • Christian sagt:

    Sehr interessanter Bericht, gefällt mir sehr gut! Glaube auch das es an den objektiveren Beiträgen auf Blogs liegt dass die Leute selbige lesen. Mfg Christian

  • jo sagt:

    @Sensei

    Beim Bloggen geht es darum, [...]

    Sorry, aber: Nur wenig nervt mehr, als wenn mir jemand vorschreiben will, was Bloggen sei und wie ich zu Bloggen habe. Naja, ausser vielleicht die Erklärung, Texte von Journalisten würden eher gelesen, weil das dumme Leservolk auf deren Sprache konditioniert ist. Das ist Bullshit!

    Es ist viel einfacher: Es gibt interessante und uninteressante Texte (Naja, und vielleicht auch Methoden effizient, d.h. für den Leser gewinnbringend, zu schreiben). Mag sein, dass Journalisten da ein wenig mehr Übung haben. Das kann man ihnen aber wohl kaum zum Vorwurf machen, oder?

    Die Sache hat sogar einen Haken: Journalisten, die lediglich ihren (Print-)Stiefel runterschreiben, werden mit ihren Blogs wohl nie viele Leser begeistern. Die, die es schaffen, verfügen tatsächlich über sowas wie Talent. Für’s Schreiben.

    Übrigens, Amateure haben gegenüber Journalisten mitunter den Vorteil, nicht in einem Korsett von Konventionen gefangen zu sein. Ein gutes Beispiel ist das Blog von Felix “fefe” von Leitner. Was Fefe da raushaut, ist mit journalistischen Grundsätzen schlicht nicht zu vereinbaren. Sein Blog funktioniert trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb. Inzwischen dürfte es zu den 10 meistgelesenen in diesem Land gehören (auch wenn es in keiner Statistik auftaucht).

    Nischenblogger, die also als Hobby oder Nebenerwerb bloggen, sind also gegenüber den professionellen Journalisten benachteiligt

    Ganz im Gegenteil. Als Journalist muss ich schauen, dass ich meinen Text a) in den vorgegebenen Textkasten quetsche (und das bitte auf’s Wort genau!) und b) bitteschön in der vorgebenen und natürlich viel zu kurzen Zeit. Muss sich ja auch rechnen, der Spaß.

    Als Nischenblogger ohne kommerzielle Absichten habe ich diese Probleme nicht. Ich kann mir soviel Zeit nehmen, wie ich brauche und an Platz mangelt es in den meisten Fällen auch nicht. Ok, wenn ein Thema gerade aktuell ist, ich irgendwas dazu zu sagen habe, das aber erst Wochen später schaffe, habe ich ein Problem. Aufmerksamkeit ist ein Eichhörnchen. Vielleicht nicht braun, aber schnell wieder weg.

    Rumgeheule, einer TAZ Journalistin

    Das ist peinlich, arrogant und unterirdisch, aber wenig geeignet um Journalisten als solche zu charakterisieren.

    Eventuell sollte jemand mal der guten Frau erklären, dass das Internet ein öffentlicher Raum ist, in dem Texte kopiert werden können und dürfen

    Können vielleicht. Dürfen nur im Rahmen des Uhrheberrechts. Da $49 (Zeitungsartikel und Rundfunkkommentare, allerdings mit Rechtevorbehalt und Vergütungspflicht) und §50 (Berichterstattung über Tagesereignisse) sind aussen vor, bleibt das Zitatrecht aus §15. Und das hat der gute Philipp ein wenig arg optimistisch interpretiert. Das kann man alles schrecklich doof finden, nicht wissen oder auch aktiv ignorieren, allerdings sollte man sich dann nicht allzu sehr über (ja, überzogene!) Abmahnungen und Rechnungen wundern.

    und dass ein Link als Verweis auf den original Text, als Quellenverweis gilt und es Usus unter Bloggern ist, aus anderen Blogs zu zitieren

    Mag alles sein. Sich eigene Spielregeln auszudenken funktioniert aber leider nur so mittelgut, wenn die Öffentlichkeit, in der man spielt, sie nicht teilt. Genau das ist hier passiert. Ein Blogger hätte sich evtl. gefreut und sich bedankt, Frau Schweitzer kontert bedauerlicherweise lieber mit ihrem – imo übrigens recht verqueren – Verständnis vom Presse- und Urheberrecht.

    Eventuell hätte ihr Anwalt, lieber seine Zeit darauf verwendet, ein Impressum für den von ihr genutzten Blog zu erstellen

    Das muss sie nicht. Das Blog ist ein ausgewiesener Teil der taz-Webseite. Und die hat ein Impressum, das man von http://blogs.taz.de/ mit 2 Klicks erreicht: http://www.taz.de/6/impressum/

    @kleiner Baum:

    Natürlich werden Blogs, die bereits lange bestehen und über dementsprechend viel Content verfügen, öfters verlinkt.

    Nö. Neue Links auf Artikel im “long tail” bzw. für ältere Artikel sind für die Charts von Jens weitgehend irrelevant. Und da nur die Links der letzten Monate gewertet werden, können es grundsätzlich auch Neueinsteiger mit 1 oder 2 gut verlinkten Blogeinträgen in die Top10 schaffen. Um dort zu bleiben, müssen sie allerdings _regelmäßig_ gut verlinkte Blogeinträge liefern (das schaffen nur wenige Newcomer), sonst fallen sie nach 6 Monaten halt wieder raus.

    Dazu muss man aber noch erwähnen, dass man sich bei sowohl bei blogoscoop als auch bei lesercharts erst anmelden muss, um gezählt zu werden.

    Bei den Lesercharts muss man zusätzlich noch Feedburner für die Auslieferung seiner Feeds benutzen. Warum sollte man das tun?

    Gerade die Zahl der Feedabos bei den Lesercharts zeigt übrigens recht deutlich, wie verzerrt die Statistik ist. Jetzt nicht nur, weil Feedabrufe ohnehin ein vergleichsweise untaugliches Mittel zur (tatsächlichen) Leserzahl/Relevanzbestimmung sind, sondern auch, weil die gut platzierten Blogs aus den “Deutschen Blogcharts” da mühelos mithalten bzw. sich einsortieren würden.

    Manche Journalisten mögen Blogger sein – aber nicht alle Blogger sind Journalisten.

    Ganz genau.

  • Sensei sagt:

    @ jo hab erst nicht gerafft, was das Ganze soll und ich stimme dir überhaupt nicht zu aber danke für den Kommentar.

  • LinkNinja sagt:

    Wenn die TAZ von der AZ, eine Ente oder Schleichwerbug, abschreibt und es selbst glaubt ;)
    http://www.spritpreisblog.de/30-prozent-weniger-benzin-verbrauch-erfindung/

  • Alex L. sagt:

    Ja, also da ich auch nur aus reinem Hobby blogge, kann man das Gebloggte keineswegs mit der umfangreichen Recherche eines intensiv agierenden Journalisten vergleichen.

    Man recherchiert schon für manche Theman stundenlang, aber letztendlich muss das Schreiben hinterher noch etwas Spass machen. Journalisten hingegen werden für einen sagenhaften Artikel bezahlt. Ob nun den ganzen Tag oder das ganze WE recherchiert, sei erstmal dahingestellt.

    Ausserdem bloggen Journalisten sicher ganz anders als wir Mainstream-Blogger. Demnach können Journalisten bloggen wie sie wollen, sicher ist doch, dass diese auch auf herkömmlichen Blogs lesen:-)

  • Mel sagt:

    Sehr gut beschrieben. Ich hoffe deine Meinung wird von vielen gelesen und ich hoffe noch mehr, dass mal darüber nachgedacht wird.

  • [...] schrecklich wenn praktisch riecht das der Blogger es nur fürs Geld macht. Wir Blogger haben es so schon schwer in Deutschland warum uns dann auch noch verkaufen wie Nutten. Mit einem privaten Blog Geld verdienen zu wollen [...]

  • [...] höher als im Internet. Wen das Thema interessiert, der kann sich auch mal meinen Artikel zum Thema Blogger sind keine Journalisten ansehen, der die Thematik noch etwas zugespitzt weiter führt und den unterschied zwischen [...]

  • Kiwi sagt:

    “Ein Journalist ist gemäß dem Deutschen Journalisten-Verband „hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt“. ” (Wikipedia)
    Daraus schließe ich – kurz: Blogger sind in der Regel keine Journalisten, da sie nicht hauptberuflich bloggen. Sollte es bei Bloggern allerdings zum Beruf werden, würde ich auf jeden Fall auch journalistische Standarts voraussetzen.
    So einfach geht das ;)

  • Sensei sagt:

    @Kiwi ehehe, cool dann ist das ja auch noch semi-wissenschaftlich belegt :P

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