Interview: Robert Basic

Kategorie: Allgemein

Tag, zusammen ich habe heute einen ganz besonderen Artikel für euch und zwar ein Interview mit Robert Basic zu seinem neuen Projekt.

Interview:

Spätestens seit dem Verkauf von Basicthinking kennt dich eigentlich jeder Blogger, doch vielleicht willst du dich doch noch einmal kurz selbst vorstellen.

Ich versuche jedes Mal, eine etwas andere Vorstellung meiner Person hin zu bekommen. Damit das nicht für mich auslutscht. Also lass mal sehen. Robert Basic, ein rastloser, unverbesserlicher Mensch, der stets nach neuen Dingen sucht, anderen helfen will, dabei seinen Optimismus auf Weltverbesserung nie aufgibt. Und das mit 42, das ist schon bezeichnend.

Nach dem Verkauf von Basicthinking hast du sehr bald wieder angefangen auf einem neuen Blog zu bloggen und dann das Projekt Buzzriders gestartet, um das es in diesem Interview hauptsächlich gehen wird.

Am Anfang jedes Projektes steht die Idee, welche Idee steht hinter Buzzriders?

Mir fiel seit jeher auf, dass die Menschen in Deutschland -und nicht nur da- insbesonders in den Städten eine merkwürdige Entfernung zueinander aufzeigen. Kaum ein Nachbar kennt den Nachbarn gegenüber, mit dem man seit 20 Jahren zusammen in einem Haus wohnt. Wir wissen weniger von unserer Umgebung als über das Weltgeschehen. Obgleich das Lokale uns als Mensch weitaus wichtiger ist. Könnte das Netz auf seine eigene Art Brücken bauen, wo physische Wege nicht ausreichen, aus welchen Gründen auch immer? Im Zentrum steht der Mensch als soziales Wesen. Räumliche und menschliche Nähe sind uns wesentlich. Soziale Nähe erzeugt man durch Interaktion. Worüber aber sollten die Menschen vor Ort interagieren? Über lokale Informationen bis auf die Straße herunter? Ja. Neugier, was der andere macht und denkt? Ja. Jobs? Ja. Einkaufsmöglichkeiten? Ja. Mithilfe? Ja! Das lokale Element bestimmt wesentlich unser Leben und unser Denken. Das möchte ich mit Buzzriders aufgreifen. Die lokale Komponente gilt es als zentrales Element aufzugreifen und eine soziale Interaktion zu fördern, woraus sich alle anderen Dingen ergeben werden, simplifiziert gesagt. Und das Netz bietet bisher erstaunlicher weise wenige Ansätze, Lokales im Netz abzubilden. Da sehe ich eine Diskrepanz, zugleich eine Riesenchance, diese Lücke zu schließen.

Siehst du eine Konkurenz zu myheimat.de, die ja auch eine lokale Plattform sein wollen?

MyHeimat greift das lokale Informationsbedürfnis der Menschen auf, was ich persönlich extrem gut finde und das, was MyHeimat macht, ist klasse! Und dabei bedient es sich dessen, was das Netz an Kollaborationsmöglichkeiten bietet. Ich wünschte, es gäbe mehr dieser Lösungen, damit man sich gegenseitig bei der Ideenfindung im lokalen Web mehr befruchtet. Und auch einen größeren Bedarf wecken würde, weil es auf eine Vielfalt von Angeboten trifft, die jedes für sich einzigartig sind. Die wiederum Bedarf und ein Mehr an Lösungserkenntnissen nach sich ziehen. In Deutschland haben wir viele, kleine lokale Webseiten, die mal Community, mal Infoplattform, mal Handelsangebote darstellen. Ich sehe noch keine, die das Bedürfnis nach menschlicher Nähe vor Ort, das Infoangebot und Handeln zugleich ermöglicht. Das aber ist es, was uns lokal vor Ort ausmacht als Mensch.

Du hast ja schon ein kleines Team, dass dir beim Aufbau der Seite hilft, sucht du noch weitere Unterstützung?

Sagen wir es so: Je mehr Menschen mitmachen, umso mehr Vielfalt entsteht, die notwendig ist, damit eine Seite wie Buzzriders das wird, was es sein soll. Ich glaube fest daran, dass nur eine Vielfalt von Denken zu etwas Großartigem führt. Da wir uns über die Unterschiedlichkeit gegenseitig befruchten und antreiben, Innovationen erfinden, beweglich bleiben.

Wenn ja, welche Voraussetzungen müsste ein interessierte Bewerber denn mitbringen?

Zunächst einmal sollte diese Person die Vision durchdrungen haben, dass eine lokale Seite in Deutschland fehlt, um Menschen auf lokaler Ebene zusammenzubringen. Was vieles an Ideen und Möglichkeiten nach sich zieht, wo Ansatzmöglichkeiten bestehen, ein Internetangebot zu schaffen. Die Person sollte die Wichtigkeit des Faktors Lokation demnach verstanden haben. Zweiter Punkt: Diese Person sollte sich nicht scheuen, sich in einem offenen Umfeld einzubringen, auf andere zu hören und Positionen unabhängig der eigenen Person annehmen zu können. Das wird erleichtert, wenn man an eine lokale Vision glaubt, was die Klammer darstellt. Wenn man so will, kann man das als Teamfähigkeit und Konsensfähigkeit betiteln, was eingefordert wird. Personen, die partout nur glänzen wollen, beleidigt sind, weil ihre Vorschläge nicht angenommen werden und nur ihre eigenen Ziele egoistisch verfolgen, sind fehl am Platz. Dritter Punkt: Diese Person sollte sich fragen, was sie beitragen kann und will. Dazu gehört es, dass man sich seiner Motivation klar wird. Sind es rein finanzielle Beweggründe? Altruistische? Geht es um Wissensaustausch? Wie können diese im Einklang mit dem Buzzriders-Projekt gebracht werden?

Ich habe mich natürlich im Zuge der Recherche auf Buzzriders.com umgesehen und habe nach einem Status des Projektes gesucht.

Wie weit bist du denn aktuell, ein BuzzCamp ist ja bereits für dieses Wochenende in Berlin geplant?

Der Status des Projektes ist wie folgt: Nach den ersten beiden Buzzcamps (Bad Homburg und Essen) ist klar geworden, welche Ausrichtung Buzzriders bekommen soll. Das gilt es, auf dem dritten Buzzcamp in Düsseldorf (am 19./20.09. / Berlin haben wir verschieben müssen) auszufeilen, so dass wir das Stück für Stück umsetzen können. Am kommenden Donnerstag wird eine Orgatreffen in Frankfurt geben, wo wir dazu das Organisatorische abstimmen, was dazu alles notwendig ist. Die Projektseite buzzriders.mixxt.com wurde aufgesetzt, um dort kontinuierlich weiter arbeiten zu können, nicht immer nur wie bisher physisch vor Ort.

Du hast ja schon 2 BuzzCamps hinter dir, würdest du sie als Erfolg bezeichnen?

Definitiv! Ohne diesen beiden Buzzcamps hätte ich nicht erfahren, in welche Richtung Buzzriders marschieren soll. Und, ich habe erfahren, dass eine offene Vorgehensweise tatsächlich funktionieren kann und wird!

Abschließend dann noch folgende Frage, hast du dir eine Deadline gesetzt bis wann Buzzriders fertig sein soll, so das es alle vorgesehen Aufgaben erfüllen kann?

Das unterteile ich in zwei Aspekte: Eine erste, “clickable Website”. Und das Gesamtziel, Buzzriders als die lokale Anlauftselle im deutschen Netz zu etablieren. Das eine wird defintiv noch 2009 realisiert sein. Das andere wird ein harter Kampf an allen Fronten, der mehrere Jahre dauert, keine Deadline kennt und stetig neue Aufgaben nach sich zieht.

Eine etwas pikante Frage, die sich bei allen Web 2.0 Projekten stellt ist natürlich die, der Finanzierung. Aktuell hast du ja schon Vodafone als Sponsor soweit ich das beurteilen kann.

Gibt es da schon ein konkretes Konzept für oder entsteht das im Laufe der Zeit mit?

Vodafone hat Teilkosten des Buzzcamps 2 in Essen dankenswerter Weise mit getragen. Die Frage zur allgemeinen Finanzierung des Vorhabens kann ich wie folgt beantworten: Je nach Unternehmensform (UG, GmbH, Kleine AG) ergeben sich verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten für Interessenten als Anteilseigner von Buzzriders. In der Natur der Sache -was den Mitmachcharakter von Buzzriders angeht- liegt, dass sich eine Kleine AG anbietet, weil man damit zu niedrigeren Transaktionskosten viele Anteilseigner an Buzzriders beteiligen kann. Bis sich Buzzriders aus eigenen Umsätzen tragen kann, wird wie fast jedem Internete-Gründungsvorhaben mindestens 1 Jahr vergehen. Bis dahin gilt es Kapital einzusammeln. Eine weitere Option, neben der klassischen Teilhabe am Unternehmen sehe ich ihm Sponsoring: Wenn man Interessenten davon überzeugt, Buzzriders zu sponsorn, bis hinunter zur Stadt/Gemeindeebene, eröffnet sich eine weitere Finanzierungsmöglichkeit. Aktuell berechnen wir den Finanzierungsbedarf, der offen gelegt wird, und dementsprechend auch die Finanzierungsmöglichkeiten.

An dieser stelle möchte ich mich nochmal bei Robert Basic bedanken, dass er sich die Zeit für dieses Interview genommen hat.

Sensei

Geschrieben von Sensei am 02. 9. 2009
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2 Kommentare zu “Interview: Robert Basic”

  • sascha sagt:

    Netter Beitrag. Gefällt mir richtig gut und ist auch noch sehr interessant.

  • Schon wieder Buzzriders. Ganz ehrlich, das “Konzept” ist (soweit ich das aus verschiedenen Blogpostings und Interviews beurteilen kann) geradezu lächerlich dünn und unpräzise. Würde nicht Robert hinter diesem Projekt stecken, würde sich niemand dafür interessieren. Ich bin mit relativ sicher, dass Buzzriders eine reine Geld- & Zeit-Verbrennmaschine wird. Oder gibt es eine Konzept, wie man Geld verdienen kann, dass über den Verkauf von Werbung und träumerische Ideen zu Kooperationen mit diversen Unternehmen hinausgeht?

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